21. Mai 2015

Rezept zur Erstellung einer MultiTerm-Termbank

Als mir vor ca. zwei Jahren einer meiner Kunden, für den ich bisher Anleitungen, Handbücher oder Broschüren für Haushaltsgeräte und Küchenmaschinen übersetzt habe, mit einem neuen Auftrag an mich herangetreten ist, hatte ich die Chance Hobby und Beruf miteinander zu vereinen: Hurra, ich durfte erstmalig ein Kochbuch übersetzen! Ich koche gern und habe oft Kochbücher in der Hand, daher habe ich mich sehr über diesen Auftrag gefreut. Die enthaltenen Rezepte waren damals variantenreich, exotisch und ausgefallen. Am Ende des Rezeptbuchs gab es zudem ein umfangreiches Glossar zu den verwendeten Fachbegriffen.

In diesen zwei Wochen habe ich für mein erstes Kochbuch quasi im Wechsel übersetzt, recherchiert, übersetzt und erneut recherchiert. Die mühevoll recherchierte Fachterminologie inklusive Definition – wie beispielsweise „parieren“ oder „ziselieren“* – wollte ich zukünftige Aufträge effizient festhalten.

Allerdings habe ich nicht auf ein einfaches Excel-Glossar zurückgegriffen, sondern mit SDL MultiTerm gearbeitet. Da ich sowieso meine Übersetzungen meistens mit Hilfe von SDL Trados Studio anfertige, was liegt da näher, als Terminologiearbeit mit SDL MultiTerm zu betreiben? Denn diese Software bietet die Möglichkeit, alle Rechercheergebnisse in einer Datenbank genau zu dokumentieren. Neben den Ausgangs- und Zielbegriffen kann ich nämlich weitere Definitionen oder Hinweise zum Kontext sowie Synonyme eintragen.

 

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Rezept zur Erstellung einer MultiTerm-Termbank

Mittlerweile übersetze ich regelmäßig Rezeptbroschüren und -hefte sowie Anleitungen für Haushalt und Gastronomie und meine Terminologie-Datenbank für Essen & Trinken enthält heute mehr als 1.000 gut recherchierte Einträge. Die regelmäßige Recherche hat sich gelohnt: Die in der Datenbank hinterlegten Informationen helfen mir enorm beim Verständnis und bei der konsistenten Formulierung der Zubereitungsschritte. Außerdem habe ich so viel schneller Zugriff auf die Fachbegriffe und ihre Definitionen. So profitieren letztendlich auch meine Kunden von meiner Terminologiearbeit.

Das Erstellen und Füllen einer MultiTerm-Termbank ist übrigens kinderleicht:

Zutaten

SDL Trados Studio plus SDL MultiTerm 
(Freelance oder Professional je nach Geschmack)
Einen Übersetzungsauftrag nach Wahl
Eine Prise Spaß beim Erstellen einer eigenen Termbank

Zubereitung

Schritt 1: SDL MultiTerm Dektop 2014 öffnen.

Schritt 2: Auf „Datei“ > „Neu“ > „Termbank anlegen“ klicken. (Oder nach Belieben STRG+Alt+T drücken.)

Schritt 3: Der Termbank einen Namen geben und für sie einen Speicherort auswählen.

Schritt 4: Im Termbank-Assistenten erst auf „Weiter“ klicken, die Option „Neue Termbankdefinition erstellen“ auswählen und wieder auf „Weiter“ klicken.

Schritt 5: Noch einmal den Termbanknamen hinzufügen. Auf „Weiter“ klicken.

Schritt 5: Die gewünschten Sprachen auswählen. Auf „Weiter“ klicken.

Schritt 6: Nach Belieben beschreibende Felder hinzufügen (z.B. Definition, Kontext, Hinweis usw.). Auf „Weiter“ klicken.

Schritt 7: Die beschreibenden Felder der gewünschten Ebene (Eintrags-, Sprach- oder Termebene) zuordnen. Auf „Weiter“ klicken.

Schritt 8: Auf „Fertig stellen“ klicken. Fertig! Die noch leere Termbank kann jetzt verwendet werden.

Fast-Food-Variante: Die kostenlose App „Glossary Plugin“ von der SDL Open
Exchange-Seite herunterladen und installieren. Dann in Trados Studio 2014 in der
Ansicht „Projekte“ auf der Registerkarte „Start“ unter „Project Glossaries“
auf „Add“ klicken. Das war's schon.

Serviervorschlag beim Übersetzen

SDL Trados Studio 2014 öffnen und die neue Termbank einem neuen oder vorhandenen Projekt (über „Projekteinstellungen“) hinzufügen. Während der Übersetzung im Editor den Ausgangs- und Zielbegriff markieren und STRG+F2 oder STRG+UMSCHALT+F2 drücken, um die Termbank zu füllen.

*Parieren ist das Zurechtschneiden von Fleisch, Fisch und Geflügel. Dabei werden Fett, Haut und Sehnen entfernt. Beim Ziselieren werden Fleischstücke eingeschnitten, damit sie gleichmäßiger garen.

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